asked 8 Jahren ago

Ich bin am verzweifeln, denn mein Partner hat wieder angefangen heimlich zu trinken. Habe gestern wieder leere Bierdosen in der Wohnung versteckt gefunden.. Ich bin natürlich wieder am Boden zerstört.
Wir sind seit 3 Jahren ein Paar, und er trank schon seit jeher viel Bier. Anfangs täglich bis zu 8 Dosen! Da wir 2 Jahre lang eine Fernbeziehung führten, bekam ich nur mit, dass er sich an den Wochenenden zudröhnte. Erst nach und nach fasste er vertrauen zu mir und konnte erklären warum er so viel trank. Aus stress, Panikattacken, das verdrängen am Selbstmord seines alkoholabhängigen Vaters, aus Lust. Ich denke, dass sich von der Seele reden half ihm sein Trinken in den Griff zu bekommen. Er trank viel weniger. Ich glaubt, ja jubelte schon, juhhe er hat es geschaft! Bis ich dann leider feststellen musste dass er heimlich trank. Habe zig leere Bierdosenverstecke gefunden. Für mich brach damals eine Welt zusammen. Mit ihm reden nützte nicht viel. Er habe die Trinkerei im Griff, er trinke halt heimlich, weil ich sonst immer so sauer werde wenn er mal ein Bier trinke. Ich solle nicht so ein Drama machen, ich müsse mir halt einen Partner suchen der kein Alkohol trinke. Denn er werde nicht wegen mir kein Alkohol mehr trinken! Das tat weh, aber verlassen konnte ich ihn nicht, dafür liebe ich ihn so sehr. Bin dann aber 2 Wochen weggefahren mit dem Ultimatum, ich komme nur wieder zu ihm zurück wenn er sich bei einer Alkoholberatungsstelle Hilfe sucht. Was er dann tatächlich tat. Ich wollte ihn natürlich unterstützen und ging mit ihm zur Beratungstelle. Wir waren 3 mal dort. Haben viel geredet, auch zu Hause. Er hatte es wirklich eingesehen, ja er habe ein Alkoholproblem, er wolle sich bessern. Aber er könne das auch alleine, dafür braucht er keine prof. Hilfe oder sogar eine ambulaten Therapie. Ich war da anderer Meinung aber drängen sollte man sie nicht. Er muss von sich aus die Hilfe in anspruch nehmen. Das war im Januar diesen Jahres. Er hat sich wirklich bemüht. Er trank unter der Woche selten mehr ein Bier, an den Wochenenden schon, aber viel weniger. Auch hat er nicht mehr heimlich getrunken. Unsere Beziehung blühte wieder auf. Ich konnte ihm wieder vertrauen, glaubte seinen Worten. Ich war wieder glücklich. Sein Wunsch nach einem Kind war der Höhepunkt in unserer Beziehung. Er sei sich bewusst wenn das Kind da sei, habe er eine grosse Verantwortung. Und dann sei das Thema Alkohol kein Problem mehr.
Tja, und nun habe ich wieder leere Bierdosen gefunden……
War ich blind vor Liebe dass ich ihm das glaubte? Wird er sich nie ändern? Wird er immer ein Alkoholproblem haben und nie davon loskommen? Wie kann ich ihm helfen? Darf ich es wagen eine Familie mit ihm zu gründen?

Fragen über fragen, aber eigentlich bin ich am Ende. Muss das nun alles wieder von vorne losgehen? Es war so eine schreckliche Zeit damals, musste soviel durchmache. Hatte damals eine Trennung in betracht gezogen. Aber irgendwie habe ich durchgehalten. Es war ja wirklich viel besser damals. Und jetzt wieder alles von neuem? Ich habe keine Kraft mehr. Und doch will und kann ich ihn nicht verlassen, ich liebe ihn so sehr.

Villeicht kann mir jemand von euch helfen, Tipps geben. Ich wäre euch so dankbar.

peter Staff replied 8 Jahren ago

Willkommen im Forum. Ich kann Ihre Enttäuschung sehr gut verstehen. Wie Sie beschieben haben, wurden Sie von ihm schon mehrere Male enttäuscht. Dies führt dazu, dass Sie Ihm nicht mehr richtig Vertrauen können.
Die Suchtproblematik Ihres Freundes wird immer bestehen. Er wird damit immer wieder konfrontiert werden. Man/Er kann aber etwas dagegen tun. Es gibt Personen die bekommen Ihre Suchtproblematik schneller in den Griff als andere. Die meissten aber brauchen mehrere Versuche bis es klappt (kontrolliertes Trinken /Abstinenz). Sie waren mit Ihm schon in einer Suchtberatungsstelle und das Zusammenleben mit Ihrem Freund haben Sie, wenn auch für kurze Zeit, positiv erlebt . Ich würde Ihnen empfehlen, ihn nochmals darauf anzusprechen bzw. von Ihm verlangen, dass er sich bei einer Suchtberatungsstelle melden soll/muss. Weil Sie sich Sorgen um Ihre gemeinsame Zukunft machen (Familienplanung) und weil seine Alkoholproblematik an Ihren Kräften und Ressourcen zehrt. Falls Sie damit keinen Erfolg haben, können auch Sie sich bei einer Suchtberatungsstelle melden. Suchberater/innen sind auch ausgebildet in der Beratung von Angehörigen und Bezugpersonen. Dort kann Ihre Situation (Ängste, Sorgen, Trinkmuster ihres Freundes usw.) näher angeschaut und für Sie eine geeignete Lösung (Abgrenzung; wie kommen Sie wieder zu Ihren Kräften; wie weiter bezüglich Familienplanung usw.)erarbeitet werden.
Ich hoffe, Ihnen mit diesen Gedanken einwenig weitergeholfen zu.

Freddy replied 8 Jahren ago

Hallo,
Ich kann dir gut nachfühlen! Meine (Ex-) Freundin ist auch Alkoholkrank. Sie trinkt Wodka teilweise bis zu einer Flasche am Tag. Auch sie trinkt heimlich. Das ist extrem bitter für mich. Man fühlt sich hintergangen, betrogen, belogen und so weiter und so fort. Mir ging es dabei sehr schlecht obwohl ich selbst gar nicht trinke.
Ich habe Unterstützung beim Blauen Kreuz gesucht. Die Gespräche haben mir sehr geholfen.
Ein paar ganz wichtige Erkenntnisse waren für mich:
– Ich kann ihr nicht helfen
– Ich muss zuerst auf mich schauen dass es mir gut geht
– Es ist keine Schande zu trinken, es ist eine Schande nichts dagegen zu tun!

Natürlich liebe ich meine (Ex-)Freundin immer noch, aber ich gehe kaputt wenn sie trinkt. Ich komme damit nicht klar. Die Suchtproblematik wird sie für den Rest ihres Lebens mit sich tragen auch wenn es vielleicht mal eine Zeit geben wird wo sie gar nichts trinkt
Ich vermisse sie sehr und leide an akutem Liebeskummer. Ja, es bricht mir das Herz. Ich bin mir sicher dass es besser wird. Meiner (Ex-)Freundin bin ich nicht böse oder schiebe ihr die Schuld zu.

Die Frage warum jemand trinkt ist für uns „Nicht“ Trinker nicht zu verstehen. Die meisten wissen nicht warum sie trinken. Es ist eine Abwärtspirale aus der man sich ohne Hilfe nur schwer retten kann.

Ich habe aber auch positives zu berichten. Meine „Ex-„Freundin hat sich für eine mehrmonatige Therapie angemeldet, also nicht nur einen Entzug. Ich wünsche mir natürlich sehr dass sie ihr Leben wieder in den Griff bekommt, insgeheim möchte ich mit ihr glücklich sein. Das geht aber nur ohne Alk. Mal schauen wie es weitergeht.

Wie Du siehst, bist du nicht allein mit diesem Problem!

Falls ich dir überhaupt einen Rat geben kann, würde ich dir folgendes raten:
Suche Hilfe für Dich und schaue dass es Dir gut geht! Es gibt diverse Organisationen die Hilfe anbieten.

P.S. Ich kenne immerhin 3 Alkoholiker die mittlerweile mehrere Jahre komplett abstinent sind. Es ist also nicht unmöglich ohne Alkohol zu leben.

Schau gut auf Dich und pass auf dich auf

Freddy

Tamara replied 8 Jahren ago

@peter

Vielen dank für die guten Ratschläge. Es tut mir gut zu hören, dass mich jemand vesteht. Ich werde sicher dran bleiben und ihm versuchen zu überzeugen, dass eine Suchtberatung weiterhin eine gute Lösung wäre.

Lieben Dank
Tamara

Tamara replied 8 Jahren ago

@Freddy

Du sprichst mir von der Seele. Ich bin genau in dieser Situation. Habe wirklich auch angefangen mehr auf mich zu schauen. Unternehme mehr mit anderen Leuten, gehe spontan weg. Was nun aber leider dazu geführt hat, dass mein Freund meint ich habe mich verändert. Ich gehe ihm aus dem Weg, wolle keine Zeit mit ihm verbringen. Es fällt ihm also auf dass ich mehr auf mich schaue, aber wieso ich das tue ist ihm noch nicht klar.

Es wird sicher noch eine lange Zeit vergehen bis sich das Alkoholproblem bessert. Ich hoffe für ihn und für unsere Beziehung. Aber du hast schon recht, wenn es den Partner kaputt macht, ist es besser sich zu trennen.

Vielen Dank für deine offenen Wort und ich hoffe für dich dass deine Exfreundin ihre Therapie durchsteht und ihr vielleicht nochmals eine Chance bekommt.

Tamara

6 Answers
Silvana answered 10 Monaten

Liebe Tamara, Ich kann gut verstehen, was du da grade durchmachst.  Ich habe drei wunderbare Kinder mit meinem Mann. Mein Mann trinkt taglich Bier und oftmals hemlich. Ich habe mich mittlerweile so abgegrenzt, dass ich ihn srum gebeten hab, dass er die flaschen und Dosen entsorgt. Ich habe mir hilfe geholt und war bei einer selbsthilfegruppe für Angehorige. Ich fand fie heschichten dort teilwrise recht traurig, sodass es mir zuviel wurde und mir eher Sorgen bereitete, weil ich an all meine Söhne denke und was auf sie zukommt. Thema Co-Abhängigkeit habe ich zwei Jahre bei einer Therapeutin besprochen. Ich habe meinen Partner gern. Das Leben mit ihm ist aber schwierig es ist mittlerweile eine Hass Liebe. Er hat wenig Respekt vor mir. Wenn ich zurück könnte, würde ich mit ihm keine familie mehr gründen, weil ich ihm nicht vertrauen kann. Er macht es nicht extra. Es ist die Suchtstruktur. Alkohol entspannt ihn. Sein Vater trinkt noch viel mehr als mein Partner. Ich empfehle dir, dir hilfe zu holen, und erst eine Familie mit ihm zu gründen, wenn er ein jahr abstinent war. Kinder werden das Trinkverhalten bei deinem Partner nicht nachhaltig ändern. Er müsste sch hilfe holen über längere zeit. Ansonsten lieber als Single leben, gute Freunde haben und einen anderen Mann suchen. Ich wunsch dir alles Gute. Lieber Gruss Silvie

Antje.Mohn Staff answered 10 Monaten

Hallo Silvie
Vielen Dank für Deinen offenen und sehr ehrlichen Beitrag. Es kommt stark zum Ausdruck, dass das Leben mit einem abhängigen Partner sehr extreme Facetten hat. Zum einen die Liebe zu ihm und zu den gemeinsamen Kindern, zum anderen die grosse Belastung und die vielen Probleme, die damit verbunden sind. Du schreibst auch, wie und welche Hilfe Du Dir geholt hast und welchen Weg Du inzwischen gehst. Das war sicher ein wichtiger Beitrag für einige Leser und ich möchte Dir dafür danken und auch Dir weiterhin alles, alles Gute, viel Kraft und Stärke wünchen.

Diana answered 8 Monaten

Hallo ihr da draußen,
Mein Partner und ich kennen uns jetzt erst 6 Monate von denen wir 3 Monate zusammen sind.
In der kennlernphase hatte er mir erzählt das er 4 jahre trockener Alkoholiker ist.
Kurz darauf hatte er einen heftigen Rückfall mit Therapie in einem Krankenhaus diese ging damals 3 wochen ca.
 
Seitdem war er trocken hatte kein Schluck mehr getrunken….
 
Vor einem monat dann ein Tiefschlag er viel in eine schwere Depression die ihn den Boden unter den Füßen riss.
 
Jetzt haben wir uns zwei wochen nicht gesehen weil er für sich sein wollte und erstmal seine Probleme in den Griff bekommen möchte.
Ich kann das alles gut verstehen verletzt hat es mich trotzdem.
 
Jetzt haben wir Wochenende und er schrieb mir das er lust hätte zu trinken er habe sich schon bier gekauft und will noch mal los um Rum und Cola zu besorgen.
 
 
Ich weiß nicht genau was ich machen soll ich habe ihm gesagt das ich es nicht gut finde wenn er trinkt denn genau das wird Konsequenzen mit such tragen da er in so einer „Einrichtung“ lebt.
 
 
Was kann ich machen um ihm davon abzubringen oder muss ich es zulassen ?

Antje.Mohn Staff answered 8 Monaten

Hallo Diana
Schön, dass sie sich hier gemeldet haben und sich Hilfe und Unterstützung holen. Denn als Nahestende von einem von Sucht Betroffenen fühlt man sich oft unsicher und ohnmächtig. Die meisten Menschen, die sich aus einer Suchterkrankung befreien möchten, erleben auf ihrem Weg mehr oder weniger schwere Rückfälle. Eine Abhängigkeit entwickelt sich über eine gewisse Zeit, daher ist es (leider) auch realistisch, dass sich das Problem nicht schnell lösen lässt. Ihr Partner war bereits 4 Jahre lang trocken, was eine tolle Leistung ist. Am wichtisten für ihn wäre, dass er so schnell wie möglich reagiert und sich Hilfe holt. Es bedeutet nicht, dass er wieder ganz von vorn anfangen muss, aber dass er schnellst möglich wieder an seinem Ziel, der Abstinenz anknüpfen sollte. Ich empfehle Ihnen, dass Sie Ihren Partner auf den Rückfall ansprechen (Sie zeigten bereits ja auch Verständnis), ohne ihn zu beschuldigen oder Vorwürfe zu machen. Das ist nicht immer leicht. Aber es ist wichtig, ihm zu signalisieren, dass es in seiner Verantwortung liegt, wie er mit dem Rückfall umgeht. Sie können ihn z.B. fragen, wie er die Situation einschätzt und angehen möchte und Sie können ihm Vorschläge machen („Was hälst Du von der Idee…“). Aber Sie sollten nicht versuchen, an seiner Stelle zu entscheiden, was zu tun ist. Gefühle von Machtlosigkeit, Wut oder Enttäuschung sind bei einem Rückfall verständlich. Aber sie können nicht die Verantwortung für ihn übernehmen. Schauen Sie auch gut für sich und Ihr Wohlbefinden und achten Sie darauf, dass Ihre Befindlichkeit nicht von seiner abhängt. Vielleicht hilft Ihnen dabei auch Unterstützung von einer Fachperson, z.B. an einer Suchtberatungsstelle. Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen, sonst dürfen Sie sich auch gerne wieder melden. Alles Gute!

Aynur answered 5 Monaten

Habs auch nicht sofort gemerkt, da Fernbeziehung und wenn man sich getroffen hat abends eh aus waren und getrunken ham…. als ich dann eine zeitlang öfter bei ihm (er selbstständig) war, bemerkte ich, dass eigentlich kaum ein Tag verging, an dem er quasi ohne Biere/Rauchen auskam, hatte ihn mal angesprochen und er sagte mir ach als so großer Kerl (1.90) sind 5 Biere nix. In Verbindung damit das wenn ich über die Beziehung reden wollte (z.B. wenn ich mal eifersüchtig war, ich mir mehr Tagesausflüge oder Urlaub gewünscht habe, nach einem Jahr hat er sich entschlossen das er keine Kinder möchte, wo er sonst immer Kinder wollte) diese Themen mit ihm nicht normal auszudiskutieren waren und er dann immer meinte ich stresse ihn zu viel und dann tagelang nichts von ihm gehört habe…. ab und zu haben wir dann so ganz spontan doch was gemacht. Solange ich mich an seinen Tagesablauf, seinen Routinen gehalten habe war es immer sehr schön. Tatsächlich habe ich das damals nicht mit dem Alkohol in Verbindung gebracht, sondern echt gedacht ich wäre zu nervig und hab nicht mehr gesagt was ich zu sagen hatte weil er a) eh nicht drauf eingegangen ist und b) ich unter den Kontaktsperren gelitten hatte. Glaube ich hat er in der Zeit entweder getrunken oder er wollte nichts von mir hören um eben nichts zu trinken, weil mein Stress ihn zum trinken bringen würde…. manchmal gebe ich mir die Schuld ich hätte ihn zum trinken gebracht. …. aber ich kann ja auch nichts für seine fehlende Problemlösungsfähigkeit.  
Wie kam das mit dem Alkoholproblem auf. Mein Vater war Alkoholiker so ist Alkohol bei uns in der Familie nicht gerne gesehen, ich wollte ihn daheim vorstellen und bat ihn an diesem Abend auf Alkohol zu verzichten, was er nicht wollte. Löste einen riesen Streit aus… ich warf ihn falsche Prioritäten (Alkohol vor mir), er mir Prinziplosigkeit (da ich ja auch sonst Alkohol) trinke… Ich habe angefangen nicht mehr bei ihm zu schlafen, wenn er nicht nüchtern war und bin heim gefahren. Habe meine Ausflüge ohne ihn gemacht. Er ist ohne mich weiter feiern gegangen. Schließlich haben wir uns unter Tränen voneinander getrennt: Ich solle mir jmd. suchen der keinen Alkohol trinkt. 
Weis Gott, ich bin nicht fehlerfrei…. aber so jmd. destruktiven in einer Beziehung war mir wirklich mal was neues und aus Liebe habe ich 2 Jahre durchgehalten und wer weis hätte er nicht Schluss gemacht, vielleicht noch länger.  Rückblickend fügt sich jedes Stück zusammen, wenn man drinnen steckt dann sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Jetzt kann ich mit 30 nochmal anfangen, mein Herz total eingenommen noch von diesem Mann. Bis heute weiß ich nicht ob ich mir das alles zusammengereimt habe oder er wirklich süchtig (was er immer bestritten hatte) war. Aber es reicht auch schon allein die Tatsache, das er mir zur liebe darauf nicht verzichten wollte. Er ging zum Beispiel auch nicht auf die Hochzeit einer seiner guten Freundinnen weil es dort kein Bier geben sollte. Auch erschreckend fand ich , dass ich wohl unterbewusst doch jmd. ausgesucht habe der meinem Vater ähnelt…. obwohl ich dachte ich hätte dieses Thema schon verarbeitet und wüsste es besser und suche speziell nach jmd. der nicht so ist. 

Antje.Mohn Staff answered 5 Monaten

Hallo Aynur
Schön, dass Sie sich hier gemeldet haben und uns an Ihrer Geschichte teilhaben lassen. Ich bin beeindruckt, wie Sie Ihren Weg gegangen sind, obwohl dies nicht einfach war. Sie haben begonnen, sich von Ihrem ehemaligen Partner mehr und mehr abzugrenzen und wieder mehr auf Ihre eigenen Bedürfnisse zu achten. Das war sehr mutig und stark. Leider  machen dann die Betroffenen häufig Ihren Angehörigen Schuldgefühle und ein schleches Gewissen, wenn diese beginnen, sich zu distanzieren. Sie geben Ihnen die Schuld, dass sie trinken, weil die Angehörigen so einen Stress machen würden. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie diese Schuldzuweisung (auch im nachhinein) nicht annehmen; dass Sie vielmehr stolz auf sich sind, dass Sie es geschafft haben, sich zu trennen. Auch wenn die Trennung von ihm ausging, so können Sie sich doch jetzt freuen, dass Sie wieder frei sind und Ihren Wünschen, die Sie mit einer Partnerschaft verbinden, folgen dürfen. Sie dürfen Ihre Bedürnisse und Gefühle ernst und wichtig nehmen und sind es wert, dass Sie einen Partner haben, der diese ebenso wichtig nimmt! Vielleicht war es so (das weiss ich jetzt natürlich nicht so genau und ist nur eine Vermutung), dass Ihr alkoholfreier Vater Sie auch nicht so wahrgenommen hat, nicht gemerkt hat, was Sie gebraucht hätten, weil er getrunken hat. Aber heute können und dürfen (!) Sie anders damit umgehen. Sie sind nicht mehr das kleine Kind. Sie können deutlich zum Ausdruck bringen, was Ihnen wichtig ist und was Ihnen etwas bedeutet. Gehen Sie weiter auf diesem Weg! Bleiben Sie sich treu und suchen Sie sich Menschen, die Ihnen gut tun und Wertschätzung entgegen bringen. Alles, alles Gute für Ihren Weg und für 2020!!!