Andrea asked 6 Monaten ago

Hallo  Ich weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll. Mein Lebensgefährte trinkt jeden Abend Alkohol, dass heißt Bier und Vodka/Weinbrand .. und das nun schon seit mindestens 3 Jahren. Dass ein Tag ohne Alkohol stattfindet ist sehr selten. Von der Menge her ist es unterschiedlich. Ca. im Schnitt 3 Flaschen Bier und bei den härteren Sachen kann es mitunter am Abend eine halbe Flasche sein.(Ich weigere mich übrigens schon seit einiger Zeit, Alkohol mitzubringen.) Seit ca. einem dreiviertel Jahr ist mir sehr deutlich aufgefallen, dass, wenn er getrunken hat, er auffällig wird. D. h. er hat Koordinartionsstörungen, die Sprache ist undeutlich und sein allgemeines Verhalten einfach \\\\“betrunken\\\\“. Auch die typischen körperlichen Symptome sind vorhanden. Ich habe ihn mehrmals daraufhin angesprochen, aber es endet meist im Streit. Er fühlt sich kontrolliert. Dann wiederum gesteht er es ein und will sich bessern. Aber es ändert sich nur kurz etwas. Ich leide unter diesen Zuständen und seine damit verbundenen Wesenversänderung. (aggressives verbales Verhalten) Meine einzige Möglichkeit ist, die Beziehung zu beenden, denn so eine Partnerschaft kann ich nicht führen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich überreagiere..Ich glaube, diese Frage stellen sich viele. Andrea. 

1 Answers
Mike Staff answered 6 Monaten

Hallo Andrea
 
vielen Dank für ihre Frage. Ja, sie haben recht, ihre Frage stellen sich wirklich viele. Eine Abhängigkeit oder auch ein übermässiger Konsum von Alkohol betrifft eben auch immer das Umfeld. Und mit „betrifft das Umfeld“ meine ich, dass das Umfeld darunter leidet. Für ihren Lebensgefährten scheint es ja noch (mehr oder weniger) zu funktionieren und er sieht nur selten ein, dass eine Veränderung sinnvoll wäre. 
Sie hingegen leiden unter seinem Verhalten und müssen – und dürfen – sich die Frage stellen ob die Beziehung unter diesen Voraussetzungen für sie noch tragbar ist. Eine Trennung ist dann ein mögliche Konsequenz, schöner wäre es natürlich, wenn er seinen Konsum verändern würde, so dass sie nicht mehr darunter zu leiden haben. Ich mache ihnen Mut sich genau zu überlegen wo ihre Grenzen bzgl. seinem Konsum liegen, was sie noch mittragen können und wollen und wo das es für sie einfach „zuviel“ ist. Versuchen sie dann mit ihrem Partner zu sprechen und ihm ihre Situation klar zu machen. Ist er dann bereit für eine Veränderung oder hält er lieber an seinem Konsum fest?
Aus meiner Sicht ist es keine „Überreaktion“, sonder eine gesunde Reaktion auf ein – auch im übertragenen Sinne – ungesundes Verhalten.
 
Liebe Grüsse
Mike