Alcorisk – Das Online-ForumKategorie: Fragen von Angehörigen, Freunden, ...vater-vom-freund-hat-wieder-angefangen-zu-trinken
N asked 3 Monaten ago

Hallo! Ich weiss nicht, was ich machen soll: Der Vater von meinem Freund hat wieder angefangen zu trinken & taucht jetzt regelmässig erst spät in der Nacht wieder auf. Meinen Freund belastet das sehr, das Verhältnis zu seinem Vater ist jetzt schon länger sehr schlecht. Er hat geäussert, dass er extrem negative Gefühle ihm gegenüber hat & froh sei, dass ihm (meinem Freund) noch nie die Hand ausgerutscht sei, da er so wütend auf seinen Vater ist. Er sieht einfach keinen Ausweg mehr aus der Situation und hat schon völlig resigniert, aber ich merke, wie ihn das extrem mitnimmt. Wie kann ich ihm helfen? Was raten Sie, was die nächsten Schritte von ihm/seiner restlichen Familie (Mutter & Schwester) sein sollen?

1 Answers
Antje.Mohn Staff answered 3 Monaten

Hallo N
Danke für Ihren Eintrag hier und das Vertrauen, das Sie uns dadurch entgegen bringen. Ich finde es sehr schön, dass Sie sich für Ihren Freund einsetzen, dass Sie wahrnehmen, wie er leidet und dass Sie ihm helfen wollen. So wie es sich anhört, steckt da schon eine lange Suchtgeschichte dahinter. Gerade Kinder, auch wenn sie schon erwachsen sind, leiden sehr unter dem Alkoholproblem ihrer Eltern. Es löst bei ihnen viele verschiedene Gefühle aus, von denen Sie auch ein paar beschrieben haben: Wut, Hoffnungslosigkeit, Angst, Traurigkeit, Sorgen, Verzweiflung, Erschöpfung…Ich würde Ihnen raten, dass Sie Ihrem Freund (und auch seiner Mutter und Schwester) empfehlen, eine Beratungsstelle für sich aufzusuchen. Suchtberatungsstellen sind auch für die Angehörigen da. Er könnte dort mit einer Fachperson sprechen. Vorallem einmal über sich, was das bei ihm auslöst, wie er sich fühlt, aber auch, was es für Möglichkeiten gibt, für sich einen Weg da raus zu finden. Dabei geht es nicht um die Problematik seines Vaters, sondern um ihn selbst: Wie kann er damit umgehen, wie kann er sich abgrenzen, wie kann er sein Leben leben, wie kann er sich schützen…Wichtig ist für ihn, dass er aus dem Gefühl der Ohnmacht raus kommt, aus der Resignation. Er kann aktiv für sich etwas tun, genauso seine Mutter und Schwester. Sie müssen das nicht hilflos ertragen. Aber dazu brauchen sie vermutlich Unterstützung von aussen, Ermutigung, Rückenstärkung, Selbstvertrauen. Vielleicht können Sie gemeinsam im Internet schauen, welche Stellen es in Ihrer Umgebung diesbezüglich gibt. Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiter helfen, sonst melden Sie sich gerne wieder hier. Alles alles Gute für Sie, Ihren Freund und seine Familie.