Nope asked 4 Monaten ago

Hallo…ich habe „Frage von Betroffenen“ gewählt da ich keinen zutrefferende Titel gfunden habe.
Wo fange ich an….ich weiss nicht einmal genau was ich fragen will….am besten erzähle ich einfach x…
Ich bin bald 40 Jahre alt….seit meiner Jugend trinke ich regelmässig  untegelmässig Alkohol….ausser in meinen 2 Schwangerschaften.
Meistens habe ich an den Wochenenden getrunken….dann auch unter der Woche….jeden 2. Tag…ein Tag Apero am anderen Tag ausnüchtern…u.s.w.
Ich bemerkte dass wenn ich den Tag hindurch nichts esse ich mich auch nicht übergeben muss.
Das ging so weit dass mein Partner und ich z.b. am Freitag eine Flasche Rum mit Cola tranken…und ich dann noch eine Flasche Wein…mein Problem ist dass ich einfach nicht aufhören kann zu trinken wenn ich einmal angefangen habe….ichwar schon immer trinkfester als andere.
Wenn wir am Weekend aus gingen gabs Zuhause immer ein Apero….ohne ging ich erst gar nicht aus dem Haus….ich kann mich nicht mehr daran erinnern wann ich das letzte x nüchtern aus ging am Wochenende….sei es an den Match…oder auch an Familienfeste…Geburtstage…oder einfach ein Abendessen.
 
In letzter Zeit erinnere ich mich immer weniger an den Vorabend….
ich trinke wieder nur noch am Samstag Apero…i.d.R. 2Flaschen Wein und dann 1-2Bier…aber über den Abend verteilt….leider haben mein Partner und ich immer öffters üble Streitereien…was letztes x leider nicht sehr schön endete.
Er meinte nun dass ich etwas untrnehmen muss…ich hätte ein Alkohol problem.
Er trinkt zwar auch Alkohol….aber er kann jederzeit aufhören.
Ich habe die letzten 2 Wochen nichts getrunken…bei einer Geburifeier war die Lust zwar riesig….aber ich trank nichts da ich am anderen Tag arbeiten musste…und mein Freund mich nicht liss….ansonsten ging es ohne probleme…bis auf heute…Samstag….ich hätte grosse Lust auf ein Apero….wie jedes Weekend.
Ich glaube nicht dass ich ein Alkohol problem habe…ich kann verzichten….einfach nicht aufhören wenn ich einmal angefangen habe….ich habe keine Enzugserscheinungen wenn ich nicht trinke.
Ich mag es einfach am Weekend abzuschalten und ein oder zwei Apero zu trinken….
Er will umbedingt mit mir in eine Beratung oder zu den AA…ich glaube aber dass ich da nicht hingehöre…ich glaube nicht dass ich eine Alkoholikerin bin….
 
 

1 Answers
kathrin.kuhle Staff answered 4 Monaten

Guten Tag! Vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte entschuldigen Sie, dass Sie erst jetzt eine Antwort bekommen. Ihr Partner und Sie haben unterschiedliche Ansichten, wenn es darum geht, was ein Alkoholproblem ist und wann jemand Hilfe braucht. Viele Menschen denken, dass man erst alkoholabhängig ist, wenn man täglich trinken muss und es zu Entzugserscheinungen kommt, wenn man verzichten möchte. So einfach ist das nicht. Entzugserscheinungen bekommen vor allem sogenannte Pegeltrinker, welche täglich über den Tag verteilt trinken. Der Alkohol wird dann in den Stoffwechsel integriert. Wenn jemand die gleiche Menge trinkt, aber anders verteilt (z.B. nur alle zwei Tage), schadet er sich zwar genauso, es kommt jedoch nicht zu einer körperlichen Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen. Ein problematischer, bzw. schädlicher Konsum fängt jedoch schon früher an: zum einen gehört dazu der Kontrollverlust, den Sie beschreiben. Sie fangen an zu trinken und können nicht mehr aufhören. Zum andern bei den Trinkmengen: ein unproblematischer Konsum sieht so aus, dass eine gesunde, nicht schwangere Frau höchstens eine Standarteinheit pro Tag trinkt (mehr Infos dazu auf https://zahlen-fakten.suchtschweiz.ch/de/alkohol/wirkung-risiken.html und https://www.alcohol-facts.ch/de/wissen/wie-viel-ist-zu-viel ). Alles was darüber ist kann mit der Zeit zu einer psychischen und/oder körperlichen Abhängigkeit mit den entsprechenden Folgeschäden führen. Sie beschreiben, dass Sie manchmal am nächsten Tag nicht mehr wissen, was am Vorabend los war. Dies ist auf jeden Fall ein Alarmzeichen. Als Fachperson würde ich Ihnen empfehlen, einmal eine Suchtberatungsstelle aufsuchen, um etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, wo Sie stehen. Das heisst nicht, dass Sie dann als Alkoholikerin abgestempelt werden – es geht einfach darum «was tut mir gut, wo könnte es brenzlig werden», aber auch, wie geht es Ihrem Partner und auch Ihren Kindern mit Ihrem Konsum? Dass Sie sich hier gemeldet haben, ist ein erster Schritt. Ich wünsche Ihnen viel Mut, in einem nächsten Schritt etwas genauer hin zu schauen. Alles Gute!