Sandra asked 6 Monaten ago

Hallo liebes Team vom blauen Kreuz,
ich schrieb euch schonmal über meinen Cousin, der viel kifft und Alkohol trinkt. Nur geht es diesmal nicht um ihn, sondern um mich.
Die Situation ist fast genau wie damals, nur dass ich wegen einer Mieterhöhung meine Wohnung aufgeben musste und zurück zu meiner Mutter ziehen musste.
Vor Weihnachten war die Polizei hier, weil seine Freundin voll im Rausch war und unfähig war zu antworten, heißt auch einfache Fragen zu beantworten. Sie ging nicht mehr zur Arbeit, hat sich während der Polizei ins kalte Treppenhaus nur in T-Shirt und Jogginghose gesetzt und wurde von dieser dann erstmal in die Psychiatrie mitgenommen. Seit einigen Tagen ist sie bei ihren Eltern und behauptet, mein Cousin hätte ihre Kleidung und ihre Bankkarte einbehalten.
Er bestätigte dies, aber warum ist bisher unklar. Rausrücken wird er nach eigenen Aussagen alles nur gegen ihren Willen persönlich ihr gegenüber oder via Vollmacht schriftlich.
Eben gerade hat es wieder geknallt. Türen flogen, es wurde rumgeschrien und ich habe irgendeine Männerstimme noch gehört. Da bei meinem Cousin ständig dubiose Gestalten sind, ist das nichts neues für mich. 
 
Nun dazu, warum die Probleme auf mich übergreifen.
Ich darf die Polizei nicht mehr rufen. Jene hat dies selbst gesagt, weil die Situationen zu harmlos seien. Dies führt dazu, dass unser Haus immer mehr zu einem Ort des Drogenhandels wird. Mein Cousin hat mittlerweile sogar illegal angefangen Cannabis anzubauen und die Polizei weiß das auch, unternimmt aber nichts (wahrscheinlich wegen Geringfügigkeit).
Auch sein Verhalten wird mit mir verglichen, weil ich seine Generation bin. Das führt wiederrum zu Konflikten mit mir, weil mich meine Mutter nun wegen jedem kleinen Fehler richtig ausmeckert, da er stellvertretend für meine Generation sein Leben nicht geregelt bekommt und ich nun keine Fehler machen darf.
Vor allem als Frau im hochsexistischen Deutschland nicht! Männer seien zu einem selbstständigen, geregelten Leben nicht so fähig, so die Begründung. Seine Fehler haben so immer eine Ausrede, der kleinste Fehler von mir (z.B. ein Schirm zu nah vor der Haustür) wird als Katastrophe behandelt.
Mittlerweile ist die Situation so schlimm, dass ich manchmal freiwillig die Wohnung verlasse und meine Zeit trotz schlechtem Wetter woanders verbringe.
Im März letzten Jahres wurde ich von einem Mann auch noch gewürgt und bekam als Frau die Schuld, weil ich besser hätte aufpassen müssen. Die Staatsanwaltschaft hat den Täter laufen lassen, weil ich mich als kleine Frau gegen einen 1,80m großen Mann nicht gewehrt habe, somit ein Einverständnis anzunehmen sei. Die körperliche Überlegenheit spielt keine Rolle in Deutschland. 
Seit dem will meine Mutter auch nicht, dass ich im Dunkeln unterwegs bin oder bei schlechtem Wetter. Weder die Uhrzeit, noch das Wetter spielen aber für Täter eine Rolle. Dies wird von den Medien immer so dargestellt. An jenem Tag war es mitten am Mittag und das Wetter war zwar kalt, aber trocken.
Vor zwei Tagen wurde ich von einem Mann im Rollator belästigt, weil ich zu meinem Hausarzt wollte. Jener hat seine Praxis in einem Wohnungsblock. Der alte Mann beschimpfte mich als Schlampe, weil ich die Klingel der Praxis gesucht hatte, da ich natürlich keinen Schlüssel habe und ich hätte die Wohnung gestürmt. Daher schubste er mich in den Fahrstuhl.
Ich fragte mich, was ich nun wieder falsch gemacht hatte, da es erst 12 Uhr morgens war und das Wetter ebenfalls ok war.
Diese Vorfälle führen dazu, dass ich momentan nicht mehr weiß, ob ich draußen sein soll oder lieber Zuhause, wo es auch nur knallt.
 
Ständig werde ich daher von meiner Mutter beschimpft, ich sei zu unordentlich, zu faul, zu aggressiv, sonst würde das alles nicht passieren.
Ich habe meine Laborwerte + Hormonstatus überprüfen lassen. Jene sagen aus, dass keine Störungen vorliegen, die ein aggressives Verhalten hervorrufen. Im Gegenteil. Laut meinen Laborwerten müsste ich die Ruhe selbst sein. Erhöht ist nur der DHEA-S Wert. Jener führt aber eher zu sozial verträglichem Verhalten.
Ebenso habe ich meine Ohren im Oktober überprüfen lassen, da immer behauptet wurde, ich hätte einen Hörschaden und würde mir alles nur einbilden. Ein Hörschaden konnte nicht bestätigt werden. Nur leichte altersbedingte Verschleißerscheinungen, die aber ab 30 normal sind.
 
Daher meine Frage: Was kann ich noch tun?
Um den Ärger über mir auszublenden, weil ich die Polizei nicht rufen soll, habe ich mir gerade einen Autobahn-ASMR im Hintergrund angemacht und trage Kopfhörer. Bei der Lautstärke höre ich wirklich nicht mehr. Aber ich kann ja nicht jede Nacht mit einem Autobahngeräusch einschlafen oder ständig so rumlaufen. Zumal ich nicht kabellose Kopfhörer habe.
 
Am 25.11.21 habe ich nach deutschem Recht mein weibliches Geschlecht abgelegt, um annähernd die gleichen Rechte wie ein Mann zu erhalten.
Meine Mutter versteht nicht, was „Diverse“ bedeutet. Für sie gibt es nur „diverse Frauen“, die einen an der Klatsche haben, aber keine Männer mit einem diversen Geschlechtstypus. Sie meinte daher, die Anrede müsste eigentlich „Herren und Diverse“ heißen.
Frauen und Personen mit einer geschlechtslichen Ambivalenz biologischen Ursprungs sind für sie und manche Personen in Deutschland daher Menschen, die sich unterzuordnen haben und Opferbereitschaft zeigen sollen.
Dies wurde auch beim letzten Impfmarathon deutlich, als mir als Frau gesagt wurde, ich könne als 31-jährige Frau eine Coronainfektion leicht überleben. Ich sei ja auch nicht schwanger. Eine Impfung wurde mir daher verweigert und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich noch eine Booster-Impfung kriege.
 
Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, wo ich noch anfangen soll, die Situation zu händigen. Alles was ich versuche läuft schief oder ich bin zu dumm.

1 Answers
Antje.Mohn Staff answered 6 Monaten

Hallo Sandra
Sie haben uns eine lange Nachricht mit vielen verschiedenen und komplexen Problemen geschrieben. Danke für Ihr Vertrauen, das Sie in uns haben. Ich denke aber nicht, dass ich Ihnen auf diesem Weg wirklich weiterhelfen kann. Vielmehr wünsche ich Ihnen einen Ort in Ihrer Umgebung (in Deutschland), z.B. eine Familienberatungsstelle oder ähnliches, wo Sie einerseits Ihre Sorgen und Ängste besprechen können, und andererseits eine Fachperson an Ihrer Seite haben, die mit Ihnen gemeinsam einen Weg sucht, wie Sie sich aus Ihrem Umfeld lösen können, welches Sie sehr stark belastet und einschränkt. Ich denke es wäre ein guter Anfang, sich so einen Platz zu suchen, auch damit Sie das Gefühl bekommen, dass Sie mit diesen ganzen Themen nicht alleine sind und ernst genommen werden. Ich wünsche Ihnen dafür alles, alles Gute!