Eva asked 3 Monaten ago

Seit zwei Jahren bin ich nun mit meinem Freund zusammen.
Das erste Mal, als ich das Gefühl hatte es könnte etwas nicht stimmen, war, als er stark angetrunken zum Date erschien.
Er kennt viele Leute, geht abends gerne ein Feierabendbier trinken.
Ich stelle fest, wenn er Sorgen hat, trinkt er mehr und hat stark die Tendenz sich zu vernachlässigen. Sachen wie Duschen, Zähne putzen, saubere Kleidung anziehen – das alles wird deutlich weniger gepflegt.
Es ist für mich gerade schwer auszuhalten 😭, weil er sich wieder mehr vernachlässigt. Ich liebe ihn, wir verstehen uns super. Aber ich ekle mich vor seiner Fahne  wenn er vor mir steht, vor fleckigen Kleidern oder ungepflegtem Äusseren.
Sein Grossvater liegt im Sterben und gerade jetzt ist nicht der beste Zeitpunkt ihn zu massregeln. Das Problem ist, dass ich an einem Punkt bin wo ich nicht mehr kann. 
Er hat einen gewissen Stolz..Ihn darauf ansprechen löst bei mir viel Widerstand aus. Ich habe ihn in der Vergangenheit schon angesprochen. Er hat alles im Griff – sagt er. Bei einem Restaurantbesuch hat er um 10:00 ein Bier bestellt. Da am Nebentisch ein Mann sass mit einem Bier vor der Nase, zeigte er mir auf wie normal es ist, morgens 2 bis 3 Bier zu trinken. 
 
Was soll ich denn tun? Ich kann so nicht mehr! 

1 Answers
kathrin.kuhle Staff answered 3 Monaten

Hallo Eva, danke für Ihre Anfrage. So wie Sie schildern, besteht das Alkohlthema von Ihrem Freund schon länger. Er will zurzeit nichts ändern, und Sie können Ihn nicht ändern. Sie schreiben, dass Sie sich vor ihm ekeln (was ich gut nachvollziehen kann) und so nicht mehr können. Vielleicht hilft es, sich einmal ehrlich die Frage zu stellen, was Sie bei ihm hält: überwiegt unter dem Strich doch das Positive oder steckt auch eine gewisse Angst dahinter, alleine da zu stehen? Können Sie sich vorstellen, all diese Schwierigkeiten auf die Dauer auszuhalten, damit Sie mit ihm zusammen bleiben können? Fühlen Sie sich von ihm wirklich respektiert, wenn ihm das Trinken wichtiger ist und er sich so gehen lässt?
Sie düfen sich auch an eine Suchtberatungsstelle wenden, wenn Sie Unterstützung in Anspruch nehmen möchten, um diese Fragen zu klären. Dort werden auch Angehörige beraten. Ich wünsche Ihnen viel Mut und alles Gute!