genug asked 4 Monaten ago

Hallo liebes Forum,
ich wende mich in purer Verzweiflung an euch. Mein Vater ist nun schon seit knapp 30 Jahren Alkoholiker und langsam aber sicher müssen wir uns als Familie eingestehen, dass es definitiv keine Hoffnung für eine Heilung gibt. Das mag vielleicht hart klingen und unsensibel, aber es ist nun mal die Realität. In der vergangen Jahren war mein Vater wiederholt in Entzugskliniken, hat wegen mehrfacher Trunkenheit am Steuer endgültig seinen Führerschein verloren, dadurch auch einen Job nie länger als 1 Jahr behalten können, wurde unzählige Male ins Krankenhaus eingewiesen, hat viele Nächte in U-Haft verbracht und so weiter. Die Liste könnte ich unendlich lang ausführen. Er wird immer wieder rückfällig und ist einfach nicht therapierbar. 
Wir als Familie haben alles versucht, wir standen immer hinter ihm, haben ihm immer wieder verziehen, aus der Scheiße geholt, ihn finanziell unterstützt, ihm geholfen wo es nur ging. Auch diese Liste könnte ich endlos weiterführen. Aber er hat sich immer wieder für den Alkohol und gegen seine Familie entschieden. Wir sind ihm egal, er hat gar keine Skrupel mehr und ist das letzte Mal rückfällig an der Hochzeit meiner Schwester geworden und hat ihr so den eigentlich schönsten Tag ihres Lebens versaut .. wie gesagt er hat keine Skrupel mehr. 
Wir können einfach nicht mehr und wir wollen auch nicht mehr. Nach 30 Jahren haben wir keine Kraft mehr. Wir alle wollen diesen Mann nun endgültig aus unserem Leben verbannen. Meine Frage ist nun, ob es irgendwelche rechtlichen Schritte gibt, die wir einleiten können? Gibt es Einrichtungen, in denen er unterkommen kann, so etwas wie betreutes Wohnen? Können wir ihn zu einem Entzug zwingen? Denn er will aus eigenem Willen nicht. Kann man eine Scheidung von meiner Mutter schon erwirken, auch wenn sie noch nicht 1 Jahr auseinander gewohnt haben? Kann in so einem Fall eine einstweilige Verfügung beantragt werden? Gibt es IRGENDETWAS, das wir tun können in so einem extremen Fall? Wir wissen alle nicht mehr weiter. Hoffentlich kann uns jemand hier beraten! 
 
Danke schonmal! 

1 Answers
kathrin.kuhle Staff answered 4 Monaten

Hallo, vielen Dank für Ihre Anfrage! Sie und Ihre Familie haben wirklich schon sehr viel unternommen, um Ihrem Vater zu helfen und Sie haben versucht, wo Sie nur konnten, ihn zu unterstützen. Dabei ist es sehr verständlich, dass Sie an einen Punkt kommen, wo Sie Grenzen ziehen, und sich schützen wollen, zumal Ihr Vater die gegebenen Chancen nicht genutzt hat. Aus dem Kontext schliesse ich, dass Sie aus Deutschland schreiben. Da wir eine Schweizer Plattform sind, ist es für mich schwierig, Sie zu beraten, da ich die Gegebenheiten in Deutschland nicht so genau kenne. Ich rate Ihnen, sich mit einer Suchtberatungsstelle vor Ort in Verbindung zu setzen. Dort kennt man zum einen geeignete Einrichtungen, und man kann Sie auch beraten was für Ihre Mutter bezüglich Scheidung etc. rechtlich möglich ist. Falls ich mich täusche, und Sie doch in der Schweiz wohnen, melden Sie sich doch bitte hier nochmals, dann gebe ich Ihnen gerne die entsprechenden Informationen. Viel Mut und alles Gute! Kathrin