Rebecca asked 2 Monaten ago

Guten Tag Mein Freund ist seit ca. 1 Jahr fast Täglich Alkohol am trinken. Morgens  steht er auf und hat bereits ein Glas Martini zur Hand oder er geht sich eine Flasche kaufen. Meistens bleibt es nicht bei einer Flasche pro tag, es kommt och eine Flasche dazu oder er trinkt GIN. Er äussert immer wieder dass er aufhören möchte und ich nichts unternehme. Wenn ich jedoch sage du hast genug gehabt ignoriert er dies. Oder wenn ich keine Flasche kaufe um ihm zu helfen wird er genervt. Ich weiss nicht wie ich damit umgehen soll, es ist so oder so falsch, ob ich etwas unternehme oder nicht. Er äußerte dass ich es einfach zulasse und ich ihn nicht ablenke und wir etwas machen, mir fehlt einfach die kraft dazu noch ständig ein Programm zu organisieren. Was kann ich tun was ist das eichtige?

1 Answers
Mike Staff answered 1 Monat

Hallo Rebecca
schön, dass sie sich hier gemeldet haben. So wie sie den Konsum ihres Freundes beschreiben, mag sein Wille etwas zu verändern zwar durchaus da sein, aber ohne Unterstützung wird er das kaum schaffen. Ich denke da macht er sich etwas vor – ob bewusst oder unbewusst – und vertröstet sie so immer wieder. Von seiner Seite her wird wohl nicht so schnell eine Veränderung kommen, ausser vielen Ankündigungen ist ja noch keine konkrete Veränderung sichtbar.
Sie können ihn bei einem Ausstieg zwar unterstützen, aber die Initiative, das Wollen, das muss von seiner Seite her kommen – und da lässt sich ausser Ankündigungen wenig erkennen. Ich kann natürlich nicht beurteilen, wie ernst ihm diese Beteuerungen sind, aber es wird definitiv schwieriger als er meint, soviel wie er trinkt ist eine Veränderung nicht einfach „eben mal so“ gemacht.
Sie haben ganz recht, wenn sie merken, dass es „so oder so falsch“ ist, egal was sie machen, das ist meistens so in einer Situation, in welcher die Sucht das Sagen hat. Je nachdem welche Sicht und welches Ziel man vor Augen hat ist das eine oder das andere Verhalten richtig. Darum mache ich ihnen Mut sich (neu) zu überlegen, was für sie persönlich, für ihre eigene Situation das Richtige ist.
Überlegen sie sich, ob es für sie okay ist seinen Stoff zu besorgen oder nicht, überlegen sie sich wie lange sie diese Situation / sein Trinken noch aushalten? Vielleicht würde es ihnen gut tun, all ihre Fragen mit einer Fachperson zu besprechen und so ihre nächsten Schritte zu planen. Auf unseren Fachstellen beraten wir auch die Angehörigen, denn sie müssen ja genauso mit dieser Situation zurecht kommen.
Liebe Grüsse
Mike