asked 8 Jahren ago

Guten Tag
Ich bin knapp vierzig Jahre alt und verheiratet, wir haben noch keine Kinder. Ich würde meinen Alkoholkonsum selber wie folgt beschreiben.

Ich trinke oft Tage / Wochen garnix oder sehr wenig (Fr/Sa). Es gibt jedoch Zeiten (viele Geschäftsanlässe und/oder private Anlässe) da gibt es halt häufiger ein Glas. Das ist so weit für mich auch weniger ein Problem – ich sag immer dann gibt es jetzt halt wieder mal einen Fastenmonat. (Spass)
Ein oder leider auch zwei Mal pro Jahr kommt es aber leider vor dass ich so richtig abstürze. Dann hab ich kein Mass mehr und trinke ohne Kontrolle. Ein Glas nach dem Anderen. Ich verliere das Zeitgefühl und oft leider auch ein bisschen den Anstand. Nun ist es mir auch schon 1,2 Mal passiert dass ich mit Frauen geflirtet habe. Es ist nie zu konkreten Fehlverhalten gekommen, aber knap daran vorbei. Ich fühle mich danach immer sehr sehr schlecht. Wie gesagt bin ich verheiratet und liebe meine Frau über alles. Auch wegen den sozialen Fehltritten gegenüber den Kollegen die jeweils dabei sind, fühle ich mich schuldig. Verstehen Sie mich bitte richitg, es ist noch nie von Seite Dritter eine Beschwerde an mich gerichtet worden oder hätte ich meine Frau betrogen. Aber so weit muss es garnicht kommen!!!

Ich muss noch dazu sagen dass in unserer Familie sehr häufig getrunken wird. Meine Mutter hatte schon Probeme (jetzt aber gelöst – trinkt sehr kontrollier und völlig in Masse), mein Vater hatte während der Arbeitslosigkeit häufig Schnapps und Bier getrunken – dann aber weider in den Griff gkriegt aber leider in der Zwischenzeit gestorben. Meine Tante ist leider an der Alkoholsucht und Ihren Folgen gestorben.

Meine Frage an Sie ist nun wie ich mein Verhalten und Fehltritte konkret einstufen zu habe. Ich bin so weit das ich wirklich ernsthaft in Erwägung ziehe ganz aufzuhöhren. Aber leider ist das doch auch stark eine soziale Ausgrenzung (all die ganzen Anlässe privat und geschäftlich). Ich bin ein sehr geselliger Tpy und mag den Kontakt zu unseren Freunden, auch bei einem Glas Wein. Ich rede mir aber dann immer ein das sich nur noch kontrolliert trinke, aber dann nach einigen Monaten passiert es eben doch wieder.
Was wären Ihre Empfehlungen? Ganz aufhören oder kontrolliert? Und wie kann ich das am besten kontrollieren? Es sollte doch möglich sein für einen gestanendene Persönlichkeit (Beruf / Privat) mit dem Akoholgenuss kontrolliert umzugehen.

Vielen Dank für Ihre Antwort
Richi

peter Staff replied 8 Jahren ago

Willkommen im Forum.
Vielen Dank für Ihren Beitrag. Wie Sie selber geschrieben haben, ist es in unserer Gesellschaft üblich in einer Vielzahl von Situationen, Alkohol zu trinken (geselliges Beisammensein, Geschäftsanlässe etc.). Trotzdem ist es auch an Anlässen möglich, keinen Alkohol zu trinken (Apfelschorle, Orangensaft etc) ohne das man sozial ausgegrenzt wird!
Sie Fragen nach der Empfehlung kontrolliert oder abstinent? Natürlich empfehle ich Ihnen ganz auf den Alkohol zu verzichten! So wie Sie aber geschrieben haben, interpretiere ich aber daraus, dass Sie kontrolliert Trinken möchten. Sie Fragen nämlich danach wie man dies am besten macht und äussern, dass es doch möglich sein sollte. Weiter beschreiben Sie Ihr Trinkverhalten, das man als „periodisches Trinken“ (lange Phase „abstinent“ dann wieder Phasen mit heftigem und unkontrolliertem Trinken) bezeichnen kann. Ich denke, dass Sie sich Gedanken darüber machen müssen, welche Bedeutung bzw. „Platz“ der Alkohol in Ihrem Leben hat. Was “bringt” Ihnen der Konsum von Alkohol (Aufmunterer, Tröster ect.)? Um dies nicht alleine Bewältigen zu müssen, empfehle ich Ihnen, sich an eine Suchtberatungsstelle zu wenden. Dort kann man Ihre Situation näher anzuschauen (welche Funktion oder welche Bedeutung der Alkohol bzw. der Absturz in Ihrem Leben hat) und für Sie eine stimmige Lösungen (Abstinenz vs kontrolliertem Trinken) erarbeiten. Ich hoffe Ihnen mit diesen Gedanken einwenig weitergeholfen zu haben
Ich wünsche Ihnen alles Gute
Freundliche Grüsse
Peter

D. (m,39J) replied 5 Jahren ago

Hallo
Iich würde an Ihrer Stelle Hilfe in Anspruch nehmen z.B. ZAF, Blaues Kreus oder Forel-Klinik. Spreche aus Erfahrung, da wird Ihnen richtig gut geholfen resp. Sie helfen sich zumal es Ihnen ja auch nicht gut reinkommt so abzustürzen. Viel Erfolg!!!!