Alex asked 3 Monaten ago

Hallo
Ich (32) bin an einem Punkt, an welchem ich nicht mehr weiterweiss. Mein Mann (32) hat schon seit Jugendtagen exzessiv Alkohol getrunken (wir sind ein Paar seit wird 18 sind). Freitag und Samstag gab es selten ohne Vollrausch. Seit 6 Jahren sind wir Eltern. Einige Jahre ging alles gut und ich hab mich nicht stark am Alkoholkonsum von meinem Mann gestört. Es war nervig aber wurde geduldet. Seit ca. 2 Jahren sehe ich das anders. Er trinkt generell von Mo-Do nichts…. Dafür lässt er sich am Wochenende so volllaufen, dass er lallt, schwankt, Unsinn redet, oft nur knapp verständlich und x-mal wiederholend und am nächsten Tag Gedächtnislücken hat. Meistens ist er friedlich und nervig. Manchmal, wenn ich sein „Alkoholverhalten» anspreche, rastet er aus (nur verbal).
Unzählige Gespräche, Januar-Abstinenz etc. ändert die Situation nicht. Nach ihm hat er kein Problem. Wenn er anfängt zu trinken, endet es zu 95% im Vollsuff. Die Gläser (Bier, Wein, Schnaps) werden runtergekippt, von Genuss keine Spur. Er sagt, er könne nicht normal trinken. Aber er trinke ja schliesslich nicht täglich.Hat man auch ein Problem, wenn man «nur» 2 Mal in der Woche trinkt, dafür unkontrolliert?
Für mich ist es nicht tragbar, praktisch jedes Wochenende einen Mann an meiner Seite zu haben, der so ist. Es ekelt mich an ihn so zu sehen. Oft schäme ich mich vor anderen, da er sich auch «besoffen» verhält.
Was soll ich tun?

1 Answers
Antje.Mohn Staff answered 3 Monaten

Hallo Alex
Schön, dass Sie sich hier bei uns gemeldet haben und sich Hilfe und Unterstützung holen. Ich denke, es ist wichtig, dass Sie sich gut informieren, was eine Alkoholabhängigkeit ist, damit Sie die Situation und Ihren Partner besser einordnen und auch Ihrem eigenen Gefühl besser trauen können.Sie fragen, ob er ein Alkoholproblem hat, auch wenn er „nur“ 2x in der Woche trinkt, dafür unkontrolliert. Und die Antwort darauf ist eindeutig „Ja“. Im Grunde genommen beantworten Sie die Frage schon selbst, indem Sie schreiben, dass er nicht „normal“ trinken kann und vorallem ist es ein Kriterium, dass er keine Kontrolle über seinen Konsum hat, wenn er einmal begonnen hat zu trinken. Sie schreiben, dass Sie schon unzählige Gespräche mit ihm geführt haben, die jedoch nichts verändert haben. Vielleicht ist es jetzt Zeit für einen nächsten Schritt, indem Sie sich selbst Beratung holen. So wie Sie es hier tun, aber vielleicht auch noch einen Schritt weiter zu einer Suchtberatungsstelle gehen. Ich würde ihm das dann auch so sagen: Dass Sie das für sich machen, weil Sie so nicht weitermachen möchten, weil Sie dass stresst und ekelt und Sie sich auch für ihn schämen und sie nicht weiter wissen, was Sie tun sollen. Ich würde ihm auch sagen, dass es dabei nicht nur um Sie geht, sondern auch um Ihr Kind. Es bekommt die Probleme voll mit, auch den Streit, den es deswegen gibt, da darf man sich nichts vormachen. Für Kinder ist das sehr schlimm! Der Papa ist am Wochenende nicht verfügbar. Vielleicht realisiert Ihr Mann das gar nicht, was es auch für sein Kind heisst. Ich schreibe dies, weil es auch eine Motivation für ihn sein könnte, sein Verhalten zu hinterfragen und vielleicht sogar zu verändern. Schauen Sie auch gut auf und zu sich selbst, gerade am Wochenende. Machen Sie sich bewusst, welche Bedürfnisse Sie haben und tragen Sie diesen Rechnung. Machen Sie schöne Dinge mit Freundinnen ab und vernachlässigen Sie nicht Ihre eigenen Interessen. Und: übergeben Sie auch Ihem Mann Verantwortung: z.B. wenn es darum geht, Ihr Kind zu betreuen. Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute und gerne dürfen Sie sich auch hier wieder melden.