Alcorisk – Das Online-ForumEifersuchtswahn
Luzi asked 4 Wochen ago

Hallo,
mein Cousin hat eine Freundin, die ein Alkoholproblem hat. Sie setzt trinken mit Liebe und Zuneigung gleich. Problem daran ist, dass sie betrunken immer gewaltätig wird bzw. Streit sucht.
Ich musste letzten Mi die Polizei rufen, weil es zu heftig wurde und das gleich zweimal hintereinander an einem Tag. Das erste mal spät am Abend, das nächste Mal früh morgens. Sie schlugen sich so heftig, dass selbst bei uns unter ihrer Wohnung die Schränke an den Wänden schwankten.
 
Jene hatte bereits zu Neujahr geäußert, dass ich nun nicht mehr Familie gehören würde, sondern sie meinen Platz einnehmen würde. Ich hielt das für eine betrunkene Schnapsidee, die sich wieder legen würde.
Nun haben beide vor Kinder zu bekommen und mir schwant Übles. Ich vermute, dass seine Freundin ein Kind will, um einen Grund zu haben, dauerhaft bei ihm wohnen zu können, obwohl sie genug Geld hätte.
Da ich mich derzeit auf die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie vorbereite, sehe ich hierin einen Eifersuchtswahn, der allerdings keinen logischen Sinn ergibt (Was ist besoffen schon logisch?), da ich als Verwandte so oder so eine Bindung zu meinem Cousin habe.
Das ganze scheint sich zu einem kompletten Wahnsystem zu entwickeln, dass heißt, dass Wahnideen scheinbar logisch miteinander verknüpft werden.
 
Ich bin hiermit persönlich überfordert. Wie soll ich auf diesen Eifersuchtswahn reagieren?
 
Mein Cousin und seine Freundin wollen immer wieder aufhören zu trinken. Letztens hielten sie angeblich 4 Wochen ohne Alkohol durch bis sie am Mi wieder anfingen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man einfach so als Süchtiger aufhören kann.

1 Answers
Mike Staff answered 3 Wochen

Hallo Luzi
Vielen Dank für ihre Frage. Ob es sich hier wie von ihnen vermutet um einen Eifersuchtswahn handelt kann ich aus der Ferne natürlich nicht beurteilen. Es ist aber bekannt, dass eine pathologische Eifersucht ein Epi-Phänomen einer Alkoholabhängigkeit sein kann.

Somit wäre zwar keine „Logik“, aber ein kausaler Zusammenhang gegeben. Aus meiner Erfahrung ist es hier zentral, nicht auf diese Wahnvorstellung bzw. dieses Wahnsystem einzugehen oder gar zu versuchen ihr diese auszureden. Beides würde sie in ihren Vorstellungen nur noch bestätigen und diese festigen.

So wie sie es beschreiben, habe ja beide eine Alkoholproblematik und hier sehe ich eher eine Möglichkeit zu einer Veränderung beizutragen. Wenn sie einen guten Kontakt zu ihrem Cousin haben, würde ich ihn auf ihre Wahrnehmung (Alk = Streit, Gewalt) ansprechen und ihn auf entsprechende Unterstützungsangebote (ambulante Beratungsstelle, Klinik, Selbsthilfegruppe, …) hinweisen. Es gibt Abhängige, die es schaffen, „einfach so“ aufzuhören, aber warum es als „Einzelkämpfer“ versuchen, wenn es Unterstützung gibt?
Ich hoffe, dass ihnen das weiterhilft.

Liebe Grüsse
Mike