Alcorisk – Das Online-ForumKategorie: Fragen von BetroffenenEhemann hört einfach nicht auf zu trinken
Angelica asked 7 Monaten ago

Hallo, 
 
Ich halte es langsam nicht mehr aus. Mein Ehemann trinkt abnormal viel Alkohol. Pro Abend sind es 2-3 Flaschen Wein oder ein sechserträger Bier. Wenn er mal einen Tag nichts getrunken hat (was äußerst selten vor kommt), dann trinkt er am nächsten Tag gleich die doppelte Menge.
Wir sind seit fast 3 Jahren verheiratet und in seinem Beruf wird gerne Alkohol getrunken. Leider sehr viel und er nahm diese Angewohnheiten irgendwann mit nach Hause. Wir haben zusammen ein Kleinkind und durch meine ständige Frustration bin ich auch täglich von meinem Kind genervt, weswegen ich ständig Weine wenn ich alleine bin. Mein Mann hat sich schon eingestanden das er ein Problem hat. Aber er hört nicht auf und wenn ich ihm mit einer Scheidung drohe, dann sagt er immer das ich jederzeit gehen kann. Problem ist, dass ich nur einen aushilfsjobs habe und dies seine wohnung ist und meine familie wohnt 400 km entfernt. Ich kann nirgends hin. Ich muss mir jeden Abend einen besoffenen Mann antun, welcher gerne beleidigend ist und zu Aggressionen neigt. Handgreiflich wurde er noch nicht. Gott sei dank. Aber mal im Ernst, er war so ein toller man vor all dem Alkohol und jetzt interessiert er sich für gar nichts mehr. Wir haben Schulden, weil er seinen papierkram nicht mehr auf die Reihe bekommt. Jeden Monat leben wir trotz seines hohen Gehaltes am Existenzminimum und egal wie wenig Geld wir haben. Er besorgt sich Alkohol. Er leiht sich sogar Geld von Menschen nur um sich die nächste Flasche zu kaufen.
Ich habe ihn so geliebt und jetzt ist fast alles weg. Was soll ich machen. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich möchte ihn wieder so haben wie früher und nicht mehr jeden Tag besoffen sehen und jeden Morgen schlecht gelaunt, weil der Kater wieder da ist. 
Bitte gebt mir einen Tipp. Alkoholismus ist gar nicht mein Gebiet. Ich trinke nie Alkohol. 
Liebe grüße

Mike Staff replied 7 Monaten ago

Hallo Angelica

vielen Dank, dass sie sich hier gemeldet haben. Ihre Geschichte zeigt wieder einmal deutlich, dass Alkoholprobleme nie Privatsache sind. Während sein Konsum für ihren Mann anscheinend „kein Problem “ ist, so leiden sie und das Kind unter seinem Konsum. Offensichtlich scheint ihm im Moment der Alkohol viel wichtiger als alles andere zu sein. Ich möchte ihnen zu folgenden Schritten Mut machen.

Suchen sie sich Unterstützung und informieren sie sich was bei einer allfälligen Trennung alles auf sie zu kommt und wer ihnen dann Hilfe bieten kann (Finanzen, Wohnen, Arbeit,…). Mir geht es nicht darum, dass sie sich unbedingt von ihrem Mann trennen sollten, sondern darum, dass sie sich nicht hilflos und von ihm abhängig fühlen. Mir ist es wichtig, dass sie für sich und ihr Kind einen Plan haben, eine gute Zukunft sehen.

Suchen sie aber auch (nochmals) das Gespräch mit ihm und sagen sie ihm, was sein Konsum bei ihnen auslöst, wie sie sich fühlen und welche Sorgen sie sich machen. Im Idealfall wächst in ihm die Erkenntnis und der Wille, dass er etwas ändern muss, wenn er nicht alles verlieren will. Sagen sie ihm, dass sie eine Beziehung mit ihm wollen und keine Dreiecksbeziehung mit Alkohol.

Zu guter letzt – aber nicht weniger wichtig – schauen sie gut zu sich und respektieren sie ihre ganz persönlichen Grenzen. Sie schreiben, dass sie es „langsam nicht mehr aushalten“. Nehmen sie diese Gefühle ernst und sorgen sie gut für sich und ihr Kind. Auch hier mache ich ihnen Mut sich Unterstützung zu holen, sei dies auf einer Beratungsstelle (Suchtprobleme, Mütter- & Väterberatung, Frauenhaus,…) oder bei Freunden oder auch ihrer Familie (auch wenn diese weit weg ist).

ich wünsche ihnen, dass sie eine gemeinsame Zukunft finden, sollte er sich aber für den Alkohol und gegen sie und das gemeinsame Kind entscheiden, so mache ich ihnen Mut bei alle Schwierigkeiten ihren eigenen Weg zu gehen.

Ich wünsche ihnen viel Kraft und ganz viele gute Menschen an ihrer Seit
Mike