Maxim asked 10 Monaten ago

Sehr geehrte Damen und Herren
 
Ich komm schnell auf die Sache.
Meine Mutter hat ein Trinkproblem damit meine ich sie verträgt es nicht mehr und benutzt es um ihre Probleme wegzutrinken.
Ich habe eine kleine Schwester die leider darunter leidet sie merkt diesen Zustand sucht dann um Hilfe indem sie zu uns kommt. 

Das grösste Problem ist das sie es heimlich tut ohne uns etwas zu sagen, in dieser Zeit verletzt sie die Pflicht einer Aufsichtsperson.
Sie kommt auf die Idee mit ihrem Auto irgendwo hin zu fahren.
Jegliche Gespräche brachten nichts.
Ich pack es nicht jedes Mal da zu sein ich habe ein eigenes Leben und kann nicht ihr Babysitter spielen.
Ich brauche Hilfe
 

1 Answers
Antje.Mohn Staff answered 9 Monaten

Hallo Maxim
Zunächst möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen, dass Sie so lange auf eine Antwort warten mussten. Es gab ein organisatorisches Problem. Ich hoffe, dass Sie meine Zeilen dennoch erreichen.
Von meiner Arbeit an der Suchtberatungsstelle weiss ich, wieviel Leid damit für die Kinder verbunden ist, wenn ein Elternteil alkoholkrank ist. Daher kann ich Ihre Sorge, aber auch Ihre Wut auf Ihre Mutter sehr gut verstehen. So wie es sich anhört, konnten Sie sich zumindest schon etwas distanzieren, dadurch, dass Sie nicht mehr bei Ihrer Mutter wohnen. Aber da ist noch Ihre kleine Schwester, um die Sie sich sorgen. Ich weiss jetzt nicht, wie alt Ihre Schwester ist, aber ich nehme an, noch nicht volljährig. Für Ihre Schwester sind Sie sicherlich eine sehr wichtige Bezugsperson, zu der sie Vertrauen hat und sich in Ihrer Not wenden kann. Aber es ist auch verständlich, dass Sie nicht die Elternrolle und Verantwortung übernehmen möchten und können. Das wäre eindeutig Sache Ihrer Eltern. Was ist mir Ihrem Vater? Oder anderen Verwandten? Gibt es jemandem in Ihrem Umfeld, den Sie mit „ins Boot“ holen könnten? Sie dürfen mit anderen Personen über das Problem sprechen, auch wenn Ihre Mutter Ihr Problem nicht eingesteht. Sie dürfen sich ausserhalb der Familie Hilfe holen!!! Sorgen Sie dafür, dass das Alkoholproblem Ihrer Mutter kein Tabuthema mehr ist, sondern dass Sie offen darüber mit jemandem sprechen können. Suchtberatungsstellen sind immer auch für die Angehörigen da. Ich empfehle Ihnen, sich auch dort Hilfe zu holen. Es geht primär um eine gute Lösung für Ihre Schwester, darum einen Weg zu finden, wie man sie schützen und wie sie sich besser von Ihrer Mutter abgrenzen und loslösen kann. Wenn ihre Mutter keine Einsicht in das Problem hat, muss vorallem Ihrer Schwester geholfen werden. Vielleicht können Sie mit ihr zusammen ein Gespräch in einer Suchtberatungsstelle abmachen? Wenn die Situation zuhause sehr prekär ist, können Sie sich auch an die KESB wenden, die dann die Situation zuhause prüfen und einen Beistand für Ihre Schwester einsetzen kann. Schauen Sie unbedingt, wo Sie in Ihrer Umgebung Entlastung und Unterstützung finden können. Wenn Sie weitere Hilfe von uns brauchen, melden Sie sich bitte wieder. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles, alles Gute, viel Kraft und dass Sie eine gute Lösung für sich und Ihre Schwester finden.